Neuigkeiten März / April

So weit, so gut – ein Jahr seit dem Eintreten des allumfassenden Phänomens. Darüber habe ich mir natürlich auch viele Gedanken gemacht, über die Folgen für mich muss ich gegenwärtig nicht besorgt sein: zahlreiche Filmproduktionen benötigen meine kleindarstellerischen Fähigkeiten und allgemein ist meine Stimmung überdurchschnittlich.

Zweifellos bahnen sich Veränderungen ihren Lauf und nicht wenige von Ihnen sind dann als nicht gut zu bezeichnen – aber Wandel kann gestaltet werden und es gibt keinen Grund die Zuversicht zu verlieren. In einem beträchtlichen Maße gibt es dabei in der EU strukturelle Probleme und auch einen Mangel an Ideen und Ansätzen. Eigentlich müsste es in einer solchen Situation Dynamik und Aufbruchsstimmung geben. Die Funktionärsseele scheint aber beklommen (ob der furchtbaren Situation) und von der sensationalistischen Perspektive der Massenmedien möchte ich nicht sprechen – um meine Kritik nicht mit der rechtsextremen Kritik gemein zu machen. Die “Coronaleugner” waren und sind das eines der größten Hindernisse um das Vorgehen in einem kritischen Diskurs zu optimieren. Meine bisherigen Überlegungen werde ich in den nächsten Tagen hier zugäglich machen.

Für eine Doktorarbeit hat es bisher leider nicht gereicht – natürlich lässt sich vieles nicht elektronisch klären. Bei meinem Album scheitert es gerade am Mastern – alles aber nur ein Frage der Zeit.

Neuigkeiten Januar / Februar 2021

Ein frohes Neues Jahr 2021 – es mag kontraintuitiv erscheinen, aber trotz aller Widrigkeiten ist es eine wundervolle Welt und alle Schwierigkeiten können überwunden werden. Ich wünsche euch viel Kraft und positive Energie – egal ob ihr Befürworter von Maßnahmen seid oder mit der Situation hadert, ob systemrelevant oder was auch immer. Bleibt physisch und psychisch gesund und munter. Venceremos!

Im Dezember durfte ich mit der Schriftstellerin Tini Anlauff in Potsdam auftreten (Video).

Vor dem aktuellen Hintergrund etwas merkwürdig aber am 13.01. durfte ich – unter strenger Beachtung der Hygieneregeln – den Neujahrsempfang Universität Potsdam musikalisch begleiten. Dabei wurde auch der Voltairepreis für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz 2021 verliehen (der Preis könnte von einem Potsdamer Künstler gefertigt worden sein, der auch auf dem Luisenplatz Spuren hinterlassen hat). Soweit, so gut. Preisträgerin ist Elisabeth Kaneza und sie ist mit ihrer Forschung und ihrem Engagement zum Verständnis des Rassismus in der deutschen Gesellschaft und der Überwindung von Diskreminierung diese Würdigung zweifellos verdient. Ich gratuliere!

Weihnachten / Jahresende

FROHE WEIHNACHTEN! Frohe Weihnachten allen Besuchern meiner Seite. Ich wünsche – trotz eines mindestens verwirrenden Jahres – ein besinnliches und erholsames Fest. Sicherlich wird es noch einige Herausforderungen geben und viele Dinge werden sich – nicht nur zum Besseren – verändern. Denoch sollte man zuversichtlich und hoffnungsvoll und vor allem nicht verängstigt sein. Alles wird gut! Everything will be fine! Tutto andrà bene! Todo va a salir bien! Tudo vai ficar bem! всё будет хорошо! Je tov!
Noch kein Geschenk für Weihnachten gefunden? Eine großartige Idee für Freunde der 1920er Jahre und der Serie „Babylon Berlin“ ist das Buch Fassadengeflüster meines hochgeschätzten Stadführerkollegens Arne Krastig (Zeitreisen). Anschaulich und unterhaltsam entführt er euch in eine unglaublich spannende Zeit! Was ich ihm auf dem Bild reiche ist eine Originalrequisite aus der Serie, das Buch kostet nur 20€. https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783948052003/Krasting-Arne/Fassadengeflüster

Neuigkeiten November / Dezember

„You´re all I need to get by“ – ein ganz großes Dankeschön an die vielen Unternehmen, Institutionen, Kollegen und Freunde, die mit ihrer nicht unbedingt selbstverständlichen Unterstützung dieses „Geschäftsjahr“ gerettet haben. Ein besonderer Dank gilt meiner Familie.

Es ist nicht unbedingt selbstverständlich im Rahmen einer Pandemie als Gästeführer und Musiker aktiv zu sein und ich wünsche jedem von euch ein gesundes und reales „soziales Netzwerk“ um gesundheitlich und wirtschaftlich gut durch diesen Winter zu kommen. Tatsächlich sind meine Zweifel an der verantwortungsvollen Ausübung meiner selbstständigen Tätigkeit fast so rasant gewachsen wie die Einkommen mancher Krisengewinner (zB Jeff Bezos), allerdings ist jede Schwierigkeit immer auch ein große Chance. Als Historker sage ich in Kenntnis des vor allen durch menschliche Dummheit verursachten Leidens im zwanzigsten Jahrhundert: uns geht es in der Summe doch erstaunlich gut. Mahnende Wort aber zu zwei Sachen. Unterschätzt keinesfalls das gesundheitliche Risiko von Covid 19 (in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es schwere Fälle) und denkt außerdem nicht, dass die aktuelle Situation schlimmer als die Folgen der globalen Erwärmung ist. Love, peace & respect!

Einen richtigen Termin gibt es allerdings:

02.12. musikalische Begleitung der Lesung von Tini Anlauf

Neuigkeiten September / Oktober

Am Tag des offenen Denkmals war ich als Live Speaker in der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam im Einsatz – ein spannender aber auch bedrückender Ort.

Am 18. und 25.September musiziere ich zusammen mit Kayak Berlin Tours.

Tickets und mehr Informationen hier:

Neben einer Vielzahl von neuen Fahrradtouren in Berlin und Potsdam, biete ich aktuell Touren (Spaziergang und Radtour) zur Einheitsexpo in Potsdam an.

Bleibt gesund und munter!

Neuigkeiten Juni / Juli

NACHTRÄGLICHER HINWEIS: das Mastering verzögert sich und daher wird das fertige Album voraussichtlich erst im FEBRUAR verfügbar sein. Ich versuche es auch auf Spotify und/oder Deezer anzubieten.

Mein zweites Album ist nun (fast) fertig. Vielen Dank an Nora Peisger für das schöne Foto. Bisher bin ich noch nicht sicher, auf welcher Plattform das Album erscheinen wird, wahrscheinlich wieder auf Bandcamp (für einen Preis, der wahrscheinlich wiederum karitative Zwecke unterstützen soll). Eine entgültige Entscheidung steht aber noch aus. Ein paar kleine musikalische Eindrücke gibt es hier:

Tony Heidenreich · Cultivating Fruits

Dem aktuellen Stand zufolge werde ich auch im Juli weiterhin als Stadtführer tätig sein.

Neuigkeiten März/April

Eigentlich gibt es gerade keine richtigen Neuigkeiten zu verkünden: wie viele Stadtführer und Musiker weltweit, habe ich gerade beinahe nichts zu tun.

Trotzem kann ich mit einem gewissen Stolz nun meinen Imageflyer vorstellen. Mein Dank gehört dabei der talentierten Grafikerin Lisa Bos, die Zusammenarbeit mir ihr war wunderbar (das Ergebnis dann auch).

Gleichzeitig mache ich Fortschritte hinsichtlich meines zweiten Albums. Nach “OPEN ROOTS” wird es den Namen “PROCEDING FRUITS” tragen. Die teilweise sehr alten Songideen sind nun bearbeitet und werden gerade zu Demos gemacht, dieses mal möchte ich mir dann auch Zeit für die endgültigen Aufnahmen nehmen, vielleicht auch mein erstes Album überarbeiten.

Neues November / Dezember

Tatsächlich hat sich im Oktober das Rettungsschwimmerabzeichen Silber erreichen lassen und als nun ausstehender Prüfungstermin für das BVGD DIN EN Zertifikat

Darüber hinaus ist jetzt Ruhe und Reisen angesagt, aber es gibt ja immer etwas zu tun – zum Beispiel geht es mit der Vorbereitung des zweiten Albums voran.

Gleichzeitig entsteht nun ein Imageflyer, der meine Angebote als Stadführer und Musiker anschaulich macht. Aus meinen etwas grobschnittigen Entwürfen wird die sehr talentierte Lisa Bosbach (gegenwärtig Praktikantin bei SciVisTo) etwas sehr ansprechendes kreieren.

Zu den bisherigen ausgearbeiteten Touren kommt in Potsdam eine “Nach 1945” Tour und in Berlin eine “Berliner Migrationsgeschichte” und eine “Zwanziger Jahre” Tour.

Neues September

Haus der Statistik

Im Grunde kann ich jetzt schon auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurückblicken und es sind fast alle Vorhaben umgesetzt worden. Im Herbst wird die noch nicht terminierte praktische Prüfung zum DIN EN zertifizierten Stadtführer machen und auch das Erreichen des Rettungschwimmerabzeichens Silber erscheint machbar. Dann soll endlich das Vorhaben Doktorarbeit in den Zustand der Umsetzung versetzt werden und ein weiteres Album ist in der Planungs- und Kreativphase angekommen.

Vielleicht biete ich im Oktober eine Führung als Saisonabschluss an, vielleicht verreise ich auch noch.

Im folgenden eine kleine Übersicht zu meinen bisherigen Zertifizierungen und Lizenzen (entspricht nicht meinem tatsächlichen Angebot, das wäre viel mehr):

Für die SPSG: Charlottenburg Altes Schloss / Neuer Flügel / Garten; Schloss und Park Sanssouci; Neue Kammern; Neues Palais; Schloss Cecilienhof und Neuer Garten; Park Babelsberg

Filmpark Babelsberg

Filmmuseum Potsdam (2019)

Gedenkstätte Sachsenhausen (2019)

Gedenkstätte Lindenstraße (2019)

Gedenkstätte Hohenschönhausen

Beijing, Shanghai & Hongkong

Schon lange faszinert mich die chinesische Kultur, doch einige Umstände ließen mich nie an eine Reise in das “Reich der Mitte” denken – bis ich mit meinem guten Freund und ehemaligen Dozenten Dr. Wilenchik die Städte Beijing, Shanghai und Hongkong besuchte. Die Reise ergab einige Antworten aber stellte auch neue Fragen an das Land, unsere Zeit und mich selbst. Ein paar Eindrücke dieser zweiwöchigen Reise möchte ich hier wiedergeben.

Angekommen am Beijinger Großflughafen war die Fahrt in die Innenstadt schon mehr als beeindruckend – bei rund 22 Millionen Einwohnern aber auch nicht weiter verwunderlich. Untergebracht in zentraler Lage war ein unverzüglicher Besuch des Tiananmen Platzes (= Platz des Himmlischen Friedens) nötig und die massive öffentliche Überwachung nicht zu übersehen. Tausende Überwachungskameras an den Laternen wirkten bizarr und denoch wagte ich am Ort der Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung kurz laut “1989” (auf deutsch) zu sagen – und hatte tatsächlich Angst umgehend abgeführt zu werden. Im Straßenverkehr gibt es im Grunde keine Regeln – man darf quasi an jeder Kreuzung ohne zu bremsen rechts abbiegen. Vielleicht muss aber dafür auch Genosse sein. Elektromobilität scheint in Beijing auch nur langsam voranzukommen (aber bisher nur maximal 1-5% bei den PKW) um den immensen Verkehr in der Rushhour voranzubringen.

Konnte ich mich Internet frei bewegen? Die Great Chinese Firewall scheint auf Roaming mit der eigenen SIM Karte keinen Einfluss zu haben, allerdings wird dies nicht unbeobachtet geblieben sein.

Metro und Busse sind auch in lateinischen Ziffern beschriftet und sehr günstig. In den folgenden Tagen sind wir dann zu einigen touristisch interessanten Orten mit organisierten Touren gefahren.

Fasziniert war ich von den Chinesen selbst und sie auch von mir: in der Zeit der chinesischen Ferien waren wohl sehr viele Menschen mit ihren Kindern unterwegs (ich habe Demut gelernt, als ich mit den Menschenmassen in der Schlage stehen musste, unglaublich viele aber doch liebenswerte Menschen ) und für viele von ihnen war es die erste Reise aus der Provinz in ihre Hauptstadt, einen Europäer haben sie wohl zuvor nie gesehen und ich wurde von zahlreichen Menschen gefragt, ob ich nicht ein Foto mit ihnen oder noch öfter, mit ihren Kindern machen könne. Einmal habe ich dann auch ein Bild mit einem Kind für mich bekommen.

Beijing verfügt über ein vielseitiges Angebot für die Abendunterhaltung, allerdings fährt die Metro nur bis 23:30. Leider waren wir nicht in den zahlreichen Aufführungen der chinesischen Oper, im chinesischen Zirkus oder bei einer Kampfkunstdarbietung – aber es gibt viele Bars mit interessanter zeitgenössischer chinesischer Musik.

Mit dem durchschnittlich 350km/h schnellen Zug ging es dann nach Shanghai. Praktischerweise konnte man sich mit dem kostenlosen Heißwasserspendern auch einen zweiten und dritten Aufguss des sehr leckeren chinesischen Tees machen. Die Landschaft zog schnell vorbei (logisch) und dennoch sahen wir zahlreiche petrochemische Produktionsstätten und unglaublich viele Stahlwerke.

Shanghai, am Huanpu Jian Fluss gelegen, wird in vielen Chinabeschreibungen als Gegenpol zu Bejing, manchmal gar zum Rest des Landes, gesehen. Liberal und geschäftstüchtig nicht erst seit seit der Öffnung unter Deng Xiaoping, kann man unmittelbar südlich der Jangtse Schneise das andere China spüren – und hören, denn der Shanghai Akzent ist absolut eigentümlich (ich finde ihn eher unschön).

Von großem Interesse war für uns der Besuch im Shanghai Jewish Refugees Museum im Stadtteil Hongkou. Rund 20 000 europäische Juden konnten während des zweiten Holocaust in Shanghai Zuflucht finden, während viele andere Länder Schutz verweigerten.

Wie schon in Beijing, war das Essen in Shanghai phänomenal – auch wenn es auch dort nicht immer englische Speisekarten gab. Die Bedienungen haben aber oft stundenlang mit Hilfe ihrer Handys versucht alles zu übersetzen, obwohl mir die kleinen Bildchen für die Essensauswahl genügten. Hunde und Katzen werden in China übrigens nur in wenigen Provinzen gegessen und vom Rest des Landes wird dies verachtet – sagten mir die Chinesen.

Mit großer Sorge haben wir die Nachrichten auf CGTN (das englischsprachige Staatsfernsehen Chinas “die westlich gesteuerten Randalierer verbreiten Angst und Schrecken und müssen zur Ordnung gerufen werden”) und die BBC (“das chinesische Militär greift wegen dem allgegenwärtigen Chaos bald ein”) an den Abenden vor unserem Abflug nach Hongkong geschaut, dann aber nichts an unseren Reiseplänen geändert – die absolut richtige Entscheidung. In Hongkong konnte man unmittelbar Freiheit nach westlichen Maßstäben spüren – keine Dauerüberwachung und Kontrollen und auch keine unterschwellige, allgegenwärtige Angst.

Allein von seiner geomorphologischen Bedingungen ist Hongkong schon eine Wucht: viele Inseln und dazu wunderschöne Berge.

Merkwürdig war der Besuch in Macau: obwohl alles auch portugiesisch ausgeschildert war, sprach niemand portugiesisch (was mir ein dort wohnhafter, aus Lisboa stammender Universitätslehrer auf dem Rückflug nach Europa bestätigte) und zahlreiche widerliche Casinos haben den Aufenthalt auf das Nötigste beschränkt.

Beeindruckend fand ich den Tian Tan Buddha auf der Insel Lantau, ein harmonischer Ort für die Suche nach innerer Ruhe und die Kultivierung der Seele.

Zuletzt ein paar nötwendige Worte zu den Protesten und den Protestierenden in Hongkong. Zu unserem Glück war es während unserer Zeit auf Hongkong Island sehr ruhig und sicherlich kann ich kaum etwas Objektives über die Lage sagen. Dennoch beobachtete ich junge Aktivisten beim Plakatieren um mit einigen auch ins Gespräch zu kommen. Es waren recht normale junge Menschen, um die zwanzig Jahre alt, mutig aber kaum prädestiniert für Kämpfe mit der Polizei (es gibt einige Anhaltspunkte dafür, dass chinesische Agents Provocateurs, internationale Linksextremisten und ein Teil radikaler Hongkonger Aktivesten die Kämpfe mit der Polizei austragen). Vielleicht würde ich viele – nicht alle – als Hipster oder typisch westliche, konsumistische Jugendliche bezeichnen. Die große Masse stellten sie meines Erachtens nicht dar, dafür waren der überwiegende Teil der Menschen geschäftlich und dem schnöden Mamon folgend unterwegs – das erscheint irgendwie auch vollkommen normal (obwohl die Menschen ungleich wohlhabender und auf Stil bedacht sind als zum Beispiel die Armeleutestadt Berlin). Dennoch, in vielen Restaurants rund um den Victoria Garden trugen junge Menschen eine lila Schleife. Sie darauf angesprochen kamen wir ins Gespräch und ich teilte Ihnen meine Perspektive auf das Jahr 1989 mit. Aus Dankbarkeit für diese Solidarität und meine, von ihnen als Ermutigung verstandenen, Worte, schenkten sie mir ein Solidaritätschleife. Neben den Erinnerungen an die Reise ist es mein schönstes Mitbringsel.

Nicht mitgekommen ist eine chinesische Zikade – besser so. Obwohl sehr klein ist sie wahrscheinlich lauter als mein Bruder!